Übersetzung eines Artikels aus der Zeitschrift
„Muscular Development“ vom Juni 2007
Neue Studie:
Die ATKINS DIÄT ist hinsichtlich des Gewichtsverlusts sehr effektiv
Seit Jahrzehnten lehrt uns das US Agrarministerium, dass eine fettarme und stärkereiche Diät (s. Lebensmittelpyramide der USDA) den Fettabbau und die Reduzierung chronischer Erkrankungen fördere. Es gilt anzumerken, dass es hierfür nicht den geringsten Beleg gibt. Tatsächlich ist es so, dass die gegenwärtige epidemieartig auftretende Fettleibigkeit einherkommt mit einer deutlichen Verminderung des Fettverzehrs und einer steigenden Kohlenhydrataufnahme.
Das bedeutet: alternative Diäten sind dringend erforderlich, vor allem was die Gewichtsreduzierung betrifft. Tatsächlich gibt es eine steigende Anzahl von Hinweisen darauf, dass eine Einschränkung der Kohlehydrataufnahme der richtige Weg ist, wenn man sein Gewicht reduzieren will. Die jüngste Studie über sehr niedrig dosierte Kohlehydrataufnahme wurde kürzlich in dem „Journal of American Medical Association“ (JAM) veröffentlicht.
JAMA Studie
Eine kürzlich unter der Leitung von Dr. Christopher Gardner durchgeführte einjährige Studie an der Stanford University Medical School, unterstützt die sehr kohlehydratarmen (ketogenen) gewichtsreduzierenden Diäten. Gardner und seine Kollegen wählten willkürlich 3111 übergewichtige/fettleibige Frauen aus, die sich nach der sehr kohlehydratarmen ATKINS-Diät, der kohlehydrat-moderaten Zone-Diät, der traditionellen Diät mit viel Kohlehydraten – wenig Fett oder der extrem fettarmen ORNISH-Diät ernähren mussten. Im Vergleich zu den Probanden, die die kohlehydratreiche Diät einzuhalten hatten, erzielten die Atkins-Diäter einen höheren Fettverlust und günstigere Werte was die stoffwechselbedingten Risikofaktoren (z. B. Blutfett, Blutzucker) angeht. Außerdem traten bei der Atkins-Diät keinerlei Nebenwirkungen auf. Es gab einige Vermutungen dahingehend, dass die besseren Erfolge hinsichtlich der Blutfettwerte bei den Probanden der kohlenhydratarmen Diäten eventuell auf ihren größeren Gewichtsverlust zurückzuführen seien. Die JAMA-Studie hat belegt, dass dies nicht der Fall ist. Nach einer Anpassung der unterschiedlichen Gewichtsverluste innerhalb der Gruppen ergaben sich statistisch gesehen noch immer erhebliche Unterschiede hinsichtlich der Blutfettwerte, auch wenn diese sich in ihrer Deutlichkeit verringert haben.
Allgemeine irrtümliche Annahmen bezüglich Kohlehydratreduzierung
Aber was ist mit dem relativ hohen Verzehr von Fett aus gesättigten Fettsäuren? Ist das nicht ungesund? Also, wenn man die Auswirkungen gesättigter Fettsäuren auf die Gesundheit betrachtet, muss man auch die Aufnahme von Kohlehydraten berücksichtigen. Jüngste Studien haben durchweg bewiesen, dass bei einem Austausch von Kohlehydraten gegen Fette, der Triglyceridwert sinkt und der „gute Cholesterinwert“ (HDL) steigt. Die „schlechten Cholesterin“-Partikel (LDL) wachsen, was sie weniger gefährlich macht. Mit anderen Worten, eine hohe Einnahme von gesättigten Fetten hat nur dann einen nachteiligen Einfluss auf die Blutfettwerte, wenn man gleichzeitig viele Kohlehydrate zu sich nimmt.
Proteinreiche Lebensmittel während einer sehr kohlehydratarmen Diät führen zu einer Explosion der Nieren, oder?
Falsch! Die in der Bevölkerung weit verbreitete Annahme, dass proteinarme Diäten das Risiko von Nierenerkrankungen vermindern wird eindeutig nicht in der wissenschaftlichen Literatur unterstützt. Wenn überhaupt, dann hält eine höhere Proteineinnahme die Muskelmasse auf dem gleichen Stand und fördert die Sättigung während einer Diät. Nichtsdestotrotz spielt die Proteinbeschränkung bei Patienten mit einer vorhandenen Nierenerkrankung eine potentielle Rolle.
Erhält das Gehirn ausreichend Kohlehydrate? Absolut! Im Gegensatz zu der vorherrschenden Meinung gibt es keinen eindeutigen Bedarf an diätischen Kohlehydraten für Menschen. Also, der menschliche Körper kann sich auf eine kohlehydratfreie Diät einstellen und alle von ihm benötigten Kohlehydrate (Glukose) herstellen. Auch wird bei einer sehr geringen Kohlehydrateinnahme die Glukoseverwertung durch den Ketokörper-Stoffwechsel des Gehirns ersetzt.
Ketogene Diäten
Richtlinien für Gym Rats (Bodybuilder)
Das wichtigste ist, die Kohlehydrataufnahme sehr niedrig zu halten. Wählen Sie nur schwach diabetische, ballaststoffreiche Kohlehydratquellen (Gemüse, Hülsenfrüchte usw.). Stellen Sie außerdem sicher, dass Sie bei jeder Mahlzeit eine entsprechende Menge an Proteinen zu sich nehmen; eine zu hohe Einnahme an Proteinen hemmt allerdings eine Ketogenese. Gute Proteinquellen sind Fisch (gesunde Fette!), Eier, mageres Fleisch und kohlehydratfreie Proteinpulver. Die Fetteinnahme während einer kohlehydratarmen Diät braucht kaum eingeschränkt zu werden. Aber vermeiden Sie Transfettsäuren.
Die besten Zusätze beinhalten Multivitamin-/Mineralkomplexe, reine Kreatinpulver oder eine kohlehydratfreie Kreatintransportrezeptur. Ein guter, gewichtsabbauverstärkender Zusatz kann ebenfalls von einigem Nutzen sein.
Denken Sie daran viel Wasser und andere kalorienfreie Flüssigkeiten zu trinken. Achten Sie auch darauf angemessene Mengen an Kalium und Natrium zu sich zu nehmen.
Eventuell müssen Sie ihr Aufbautraining abändern. Es wäre z.b. denkbar den Schwerpunkt auf größere Gewichte bei geringeren Wiederholungsintervallen (3-8) zu legen, da die Kraft in erster Linie aus den Kreatinphosphatdepots kommt. Die Aufnahme von Kreatinmonohydraten bei einer Dosierung von 20-30 Gramm pro Tag über den Zeitraum von zwei Wochen erhöht die intramuskuläre Konzentration der freien Kreatine und Kreatinphosphate um bis zu 30 %. Folglich ist es so, dass Kreatin ein sinnvoller Zusatz zu sehr kohlehydratarmen Diäten sein kann.